Willkommen auf der Seite der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit



Wir laden sie herzlich zu den kommenden Veranstaltungen ein:



• 16. September 2015, 19.30 Uhr - Gemeindehaus der Bergkirche Osnabrück (Bergstraße 16)

Vortrag

Die Bedeutung des Alten Testaments im Christentum

Prof. em. Dr. Frank Crüsemann

Seit einigen Monaten wird in der wissenschaftlichen Theologie und in den Kirchen wieder vermehrt über die Bedeutung des Alten Testaments debattiert. Ausgelöst wurde diese Diskussion durch einen umstrittenen Artikel des Berliner Theologieprofessors Notger Slenczka, der auch in den Feuilletons großer deutschsprachiger Zeitungen besprochen worden ist. Darin bestreitet Slenczka eine normative Geltung des ersten Teils der Bibel für die christlichen Kirchen der Gegenwart.
Welche Rolle spielt aber nun die Hebräische Bibel für das Selbstverständnis von Christinnen und Christen? In welchem Maße kommt ihr eine normative Funktion für die chrtstliche Rede von Gott zu? Wie unterscheiden sich jüdische und christliche Bezugnahme auf denselben Text? Welche Bedeutung hat das Alte Testament für gegenwärtige Theologie und kirchliche Praxis?
Zu diesem Fragen wird Prof. Dr. Frank Crüsemann referieren.

Frank Crüsemann war bis zu seiner Emeritierung Professor für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel und ist ausgewiesener Experte im christlich-jüdischen Gespräch. Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zur Diskussion.

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• 1. Oktober 2015, 19.30 Uhr - Bergkirche Osnabrück (Bergstraße 16)

Autorenlesung

Karl-Josef Kuschel: „Martin Buber und seine Herausforderung an das Christentum“

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Zu seinem 50. Todestag (13. Juni) erschien die Biografie des großen Denkers im Judentum Martin Buber. Der Autor, Karl-Josef Kuschel, bekannt durch viele Werke zum interreligiösen Dialog, lehrte bis 2013 Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der katholischen Fakultät der Universität Tübingen und war dortselbst stellvertretender Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung. Er würdigt in seinem neuen Buch Martin Buber als einen Initiator des interreligiösen Dialogs. Für Kuschel war Buber eine epochale Figur, weil er dazu beigetragen hat, im Verhältnis von Juden und Christen die lange verhärteten Fronten des Antijudaismus einerseits, sowie der Polemik gegenüber dem Christentum andererseits dialogisch aufzubrechen.
Der ungekündigte Bund Gottes mit dem Volk Israel, Israels eigener Weg zu Gott- das sind Grundlagen des jüdisch-christlichen Dialogs, die den jüdischen Weg als einen selbständigen neben dem christlichen aufzeigen, die uns noch heute wertvoll sind und für die wir Buber dankbar sind.
Entscheidend für Buber war die lebendige Ich-Du- Beziehung des Menschen zu Gott- ohne Mittler- das auch das Gespräch mit der hebräischen Bibel beinhaltet, die er zusammen mit Franz Rosenzweig ins Deutsche übersetzte. Aber ebenso ist ihm die Begegnung (nicht „Vergegnung“) von Mensch zu Mensch wichtig: „alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
Nicht billige Toleranz, sondern Respektieren der jeweils verschiedenen Gottesgeheimnisse ist seine Botschaft auch noch heute an uns.


Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. in Kooperation mit der ev. ref. Gemeinde Osnabrück



• 3. November 2015, 19.30 Uhr - Forum am Dom

Vortrag

50 Jahre Konzilserklärung „Nostra Aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen.
Eine Bilanz und eine bleibende Verpflichtung


Prof. Dr. Hanspeter Heinz, Augsburg

Fünfzig Jahre nach ihrer feierlichen Verabschiedung gilt die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Haltung der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra Aetate“ vom 28. Oktober 1965 als einer der am meisten beachteten Texte dieses Konzils. Denn damit äußerte sich die katholische Kirche zum ersten Mal in ihrer Geschichte positiv zu anderen Religionen. Den Ausgangspunkt und das Zentrum dieses positiven Zugangs bildet Artikel 4, der die Beziehung der Kirche zum Judentum bedenkt.

Der Referent ist Vorsitzender des Gesprächskreises „Juden und Christen“ im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille